Ophthalmologische Untersuchungstechniken im Tieraugenzentrum München
Untersuchung mit der Spaltlampe

UNTERSUCHUNGEN


Die Spaltlampe ist für den Augenarzt ein äußerst wichtiges Untersuchungsgerät. Mit ihrer Hilfe lässt sich ein optischer Schnitt durch das Auge herstellen und so Veränderungen im Auge lokalisieren. Beispielsweise kann man mittels Spaltlampe erkennen, ob sich eine Trübung im vorderen Bereich des Auges, der Hornhaut oder im mittleren Augenbereich, z.B. der Linse, befindet.
z.B. Fluoreszeinprobe:
Um Hornhautverletzungen zu diagnostizieren wird ein bei Blaulicht grün fluoreszeierender Farbstoff ins Auge gegeben. Mit seiner Hilfe kann genau festgestellt werden, ob und wo die Hornhaut verletzt ist.
Beim Schirmertränentest wird ein kleiner Teststreifen aus Papier ins Unterlid gehängt, um die Tränenproduktion des Auges zu messen. Damit lässt sich beurteilen, ob das Tier unter Trockenem Auge leidet. Der Schirmertränentest misst den wässrigen Anteil der Tränen. Für die Messung des schleimigen und fettigen Anteils kommen weitere Testverfahren zum Einsatz.
Die Bestimmung der Tränenfilmaufreißzeit (Tear film break-up time) läßt eine Beurteilung der Tränenqualität zu.
Um die Durchgängigkeit des Tränennasenkanals zu überprüfen, kann zunächst der Jones Test angewandt werden, bei dem bei Blaulicht grün fluoreszeierender Farbstoff ins Auge gegeben wird. Ist dieser negativ kann der Kanal gespült und erneut auf seine Durchgängigkeit geprüft werden. Ist er durchgängig kommt der Farbstoff in der Nase an.
Mit Hilfe eines Tonometers wird der Augeninnendruck gemessen. Der normale Druckbereich liegt ca. zwischen 10 und 20 mm Hg. Hat ein Tier einen zu hohen Augeninnendruck spricht man von Glaukom oder auch grünem Star.
Bei der Gonioskopie wird eine Kunstlinse auf das Auge gesetzt mit deren Hilfe der Kammerwinkel im Auge betrachtet werden kann. Der Kammerwinkel des Auges ist der Bereich zwischen Iris und Hornhaut, in dem das vom Auge fortlaufend gebildete Kammerwasser wieder abfließt. Die Betrachtung des Kammerwinkels spielt eine wichtige Rolle bei der Glaukomdiagnostik.
Zur Beurteilung der Netzhaut des Auges ist eine Spaltlampenuntersuchung alleine nicht ausreichend. Die Ophthalmoskopie ermöglicht es, den Sehnervenkopf und die Netzhaut zu betrachten.
Die Fundusfotografie dient der Dokumentation von normalen oder veränderten Befunden des Augenhintergrundes (=Fundus). Die Aufnahmen werden mit einer speziellen Funduskamera bei maximal erweiterter Pupille durchgeführt.
z.B. Melan 100:
Dieses Gerät sendet verschieden farbiges Licht (weiss, blau oder rot) aus, mit dessen Hilfe man den Pupillarreflex beurteilen kann. Dieser Test trägt dazu bei, einen Eindruck von der Netzhautfunktion zu gewinnen.
Mit Hilfe der Skiaskopie läßt sich ermitteln, ob ein Tier normal- kurz- oder weitsichtig ist. Dazu hält man eine Lichtquelle und verschiedene Linsen mit unterschiedlichen Dioptrien vor das zu untersuchende Auge.

Viele Tiere haben ein drittes Augenlid im nasalen Augenwinkel, die sogenannte Nickhaut. Diese kann seperat untersucht werden, z.B. wenn die dahinterliegende Drüse geschwollen ist oder der Verdacht auf einen dahinter befindlichen Fremdkörper, wie z.B. eine Granne, besteht.
Der Ultraschall hilft Veränderungen im Auge zu sehen, wenn z.B. das Auge sehr trüb ist und kein Einblick von vorn mehr möglich ist. Außerdem kann man auch Strukturen hinter dem Auge darstellen.
Das ERG wird eingesetzt zur Überprüfung der Netzhautfunktion. Das geschieht insbesondere vor Katarakt-Operationen (Grauer Star), aber auch bei speziellen Fällen von plötzlicher Erblindung. In der Regel findet diese Untersuchung unter Narkose statt.
Bei Entzündungen durch Bakterien oder Pilze kann ein Abstrich darüber Auskunft geben, um welche Erreger es sich handelt und mit welchen Medikamenten behandelt werden muss. Mit einem sterilen Tupfer wird am wachen Tier eine Probe von der Augenoberfläche oder aus dem Bindehautsack genommen.
In einem speziellen Nährmedium wird der Abstrich in ein Labor geschickt. Dort werden die Keime über mehrere Tage angezüchtet und dann näher untersucht.
Ist zur Diagnose einer Erkrankung die Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) notwendig, kann die Entnahme an den Bindehäuten (manchmal sogar an der Hornhaut) häufig unter Lokalanästhesie am wachen Patienten erfolgen. Zur tieferen Entnahme von Proben, oder bei ängstlichen oder sehr unruhigen Patienten, ist eventuell eine Vollnarkose notwendig.
Die Proben werden dann an ein auf Augenpathologie spezialisiertes Labor geschickt, das nach spezieller Aufbereitung feine Schnitte anfertigt. So können in höchster Auflösung die Zellen unter dem Mikroskop betrachtet und beurteilt werden.
Untersuchung von Rassehunden auf erbliche Augenerkrankungen nach den Standards des DOK (Dortmunder Kreis) .